Es ist das Ohr, das die Dunkelheit durchdringt, nicht das Auge.

Auf poetische Weise fasst dieses Sprichwort der Massai zusammen, was uns im Kabinett Ferrari erwartet.

Für die KunstFestSpiele entwerfen die beiden Bühnenbildner und Lichtdesigner Anne Kuhn und Klaus Grünberg eine intime Theater-Installation. Im Zentrum stehen die meisterhaften akustischen Panoramen des Luc Ferrari, dem französischen Komponisten und Vertreter der Musique Concrète, der vor allem durch seine Experimente mit Tonbandaufnahmen bis heute Kultstatus besitzt.

Angeregt durch Platons berühmtes Höhlengleichnis, in dem Menschen die Welt nur als Schattenwurf in einer Höhle erleben, thematisiert das Künstler-Duo in Kabinett Ferrari Fragen nach Schein und Wirklichkeit unserer akustischen und visuellen Wahrnehmung.

Stimmen von Ferrari und seinen MitarbeiterInnen begleiten jeweils 20 ZuschauerInnen durch das Foyer der Orangerie in eine Art Zauberkammer. Ein verschworener Ort, in dem man tief in die Welt der magischen Klangbilder Ferraris eintaucht. Nach und nach verwandeln Grünberg und Kuhn das rein Hörbare in ein szenisches Raumerlebnis.

Wie ein heimlicher Nachklang zu der Kunst Ferraris entfalten sich seltsame choreografische Landschaften aus Schatten und Bildern, die die BesucherInnen in die Tiefe der Orangerie ziehen.
KABINETT FERRARI
Anne Kuhn & Klaus Grünberg
Kunstfestspiele Hannover    25. – 27.5.2018

Choreografie: Kirsten Bremehr
Dramaturgie: Beate Schüler